Offener Brief an die Archäologie in Niedersachsen

Da ich in den sozialen Medien seit längerer Zeit aus Niedersachsen offen angegriffen werde und mir neuerdings von Jan K. aus Stadtoldendorf sogar “Anstiftung zur Ordnungswidrigkeiten und Straftaten“ vorgeworfen wird, kommt heute folgendes Statement:

Manche Archäologen und deren archäologentreuen Sondler aus Niedersachsen möchten gerne jeden Neueinsteiger in eine Suchgenehmigung “pressen”, auch wenn dieser ggf. nur den Badesee oder Spielplatz absuchen will. In den sozialen Medien wird ausgehend von den niedersächsischen Archäologen und ihren Helfern erheblichen Druck aufgebaut.

Eigentlich sollte man froh sein, wenn ich das in meinen bis zu 15.000 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppen bisher relativiert habe und erst mal zur Zurückhaltung bezüglich Genehmigungsbeantragung aufgerufen habe. Wenn jeder, der sich aus Spaß mal eben eine 80 € Sonde bei Wish/Amazon gekauft hat, direkt zum Archäologen rennt, würde das System aus meiner Sicht in kürzester Zeit zusammenbrechen. Schon jetzt sind die Wartezeiten in Niedersachsen relativ lang.

Die meisten Hobbyeinsteiger stellen ihre Sonde nach einer Anfangseuphorie eh wieder in den Schrank. Die Sondler, die dabei bleiben und ernsthaft an einer Zusammenarbeit interessiert sind, werden ihren Weg zur Archäologie schon finden. Das sind dann aber auch Personen, die sich wirklich interessieren und nicht Spielplatz-Spaßsondler die, weil ihnen in den Facebook-Gruppen gehörig Angst gemacht wurde, nun plötzlich eine archäologisch orientierte Genehmigung beantragen.

Da ich mir aber nicht nachsagen lassen will, ich würde zu Ordnungswidrigkeiten und Straftaten anstiften, mache ich nun folgendes:

Ich werde in meinen Foren und Facebookgruppen von nun an jedem Neueinsteiger raten sich direkt mit dem Amt in Niedersachsen in Verbindung zu setzen. Damit das Ganze kanalisiert abläuft, wurde uns für den Erstkontakt von Herrn Dr. Pahlow (mario.pahlow@nld.niedersachsen.de) die Mailadresse (sonden@nld.niedersachsen.de) angegeben.

Herr Dr. Pahlow ist ein kompetenter Ansprechpartner und kann ja dann den flüssigen Ablauf einer Genehmigungsvergabe innerhalb Niedersachsen koordinieren. Wer so massiv “Werbung” macht und durch diskussionswürdige Auslegung des Denkmalschutzgesetzes “Druck aufbaut”, muss dann auch “liefern”! Von der Archäologie in Niedersachsen wird daher erwartet, dass sie entsprechenden Kapazitäten schafft um eine zeitnahe Genehmigungsvergabe zu gewährleisten.

Somit ist allen geholfen und ich habe hoffentlich endlich meine Ruhe. Leid tun mir nur die braven Archäologen, die sich vor Ort mit Bürgern herumschlagen dürfen, deren geschichtliches und fachliches Vorwissen vermutlich kaum vorhanden ist. Es ist zu befürchten, dass mancher Archäologe nun noch genervter auf Sondengänger reagiert. Das bekommen dann alle Genehmigungssondler zu spüren. Aber nun lebt damit. Ich lasse mich nicht länger öffentlich beschimpfen nur weil ich dazu rate, dass in erster Linie der eine Genehmigung beantragen sollte, der auch ein ernsthaftes geschichtliches Interesse hat. Väter, die mit ihrem Kind verlorene Matchbox-Autos auf dem Spielplatz suchen, sind kaum geeignet wissenschaftlichen Mehrwert zu bringen. Aber mit dieser Sichtweise stehe ich offenbar fast alleine da.

Beste Grüße und allen “Gut Fund”!

Jens Diefenbach

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